Anderl ist schon seit seiner Kindheit im 80er, wie auch seine ganze Familie. Begonnen hat alles in der Fußball- und Skiabteilung, seit 30 Jahren ist er Hüttnwart. Von 2014 bis 2023 war Anderl unser Präsident, vergangenen Dezember legte er sein Amt nieder.

Im Namen des Vereins, der Mitglieder, der haupt- und ehrenamtlich Tätigen, möchten wir uns herzlich für seinen Einsatz am 80er bedanken!

Lest im Interview, wie das früher am 80er war und was Anderl über seine Zeit hier sagen kann.

Kurzprofil Andreas Schwenter

„Die Mama sagt konsequent Andreas, alle anderen sagen Anderl!“

Geboren am: 27.12.1965

Verheiratet, zwei Kinder: Tobi (38) und Chrissy (30)

Persönliches Motto: Leben und leben lassen.

In Summe möchte ich sagen, dass es eine schöne Zeit war. Und ich bin froh, dass sich jetzt so ein gutes Team gefunden hat am 80er, das dem Verein gut tut.

Ich finde es super, dass die Feste wieder stattfinden und wir so zusammenkommen!

80er: Du bist ja schon immer im Verein, oder?

Ja, meine Eltern, Urgroßeltern – mein Urgroßvater war bei der Gründung schon mit dabei – damals war’s ja noch ein Turn-Verein, ein Arbeiterverein, der hauptsätzlich aus Brauereimitarbeitern entstanden ist. Die Schwenters waren alle im Verein; ich kenne keinen, der nicht irgendwann ein Mitglied war!

Früher war er ja nicht so zentral, dann ist München drum rum gewachsen. Da erinnere ich mich, als ich Kind war, da war die Stadtgrenze der mittlere Ring am Heimeranplatz und danach hat es sich schon ausgedünnt mit einer Fabrik, dem Metzler – einer Reifenfabrik – und dann dem 80er. In der Hansastraße, da hat’s fast keine Häuser gegeben. Als Kind bist du über freie Felder durch die Heimgärten zum 80er gelangt…

… Meine Eltern haben mir erzählt, da war eine Wiese und eine Baracke, das war der 80er und daneben haben Schafe geweidet. Mehr war da ned.

Und dadurch, dass ich eine sehr schöne Jugend am 80er erleben durfte, wollte ich auch wieder was zurückgeben und so bin ich auch zu meinem Amt als Präsident gekommen. Robert Mayr, ein Freund von mir, hat damals die Finanzen gemacht, und gemeinsam wollten wir dann etwas bewegen.

80er: Wie war das, was hast du gelernt und was ist dein aktueller Beruf?

Ich bin ganz klassisch gelernter Kaufmann, allerdings auf dem zweiten Bildungsweg. Habe nämlich ganz ursprünglich Bäcker und Konditor gelernt, somit mein Hobby zum Beruf gemacht. Damals hab’ ich bei einem aus’m Fußball, beim „Staubi“ – die alten werden ihn noch kennen – gelernt, dann später beim Kreuzkamm und bin später bin ich wieder zurück zum Wolfgang Reiss („Staubi“).

Fußballer aus der Skiabteilung, zweite von rechts: Anderls Vater Heini

Wir wollten das zusammen machen, weil er wegen seiner Mehlallergie nicht mehr in die Backstube konnte. Das war auch meine Berufung, aber: Dann hab’ ich auf der Meisterschule aber auch diese Mehlallergie gekriegt! Das bedeutet Hyposensibilisierung oder Umschulung.

Also hab‘  ich eine 1,5-jährige Umschulung auf der Wirtschaftsakademie gemacht und bin anschließend in die Firma meines Papas, eine Stahlschrott-Exportfirma, die hauptsächlich nach Italien verkauft hat. So bin ich vom Mehl zum Schrott gekommen! Der Papa hat sich gefreut, hat perfekt gepasst.

Vor 7 Jahren habe ich meine Anteile verkauft und aber mit der gleichen Gruppe eine Firma gegründet und dann gibt’s noch die Andalevent. Die haben wir gegründet, weil wir ja viel auf Messen sind und nicht immer diese Dienstleister bezahlen wollten. Bissl in einer anderen Form, da haben wir so Oldtimer, bissl originell alles. Alte Ente von 1972, die dann als Fotobox umgebaut ist, die kann man dann mieten für Hochzeiten oder sowas. Der 80er profitiert davon ja auch, z.B. mit dem Eventcontainer, der am Sommerfest Gebrauch findet.

Aber es ist ja auch nicht ausgeschlossen, dass ich nochmal eine Backstube eröffnen. Muss ja nicht selbst in der Stube stehen, da gibt’s ja noch genügend anderes zu tun!

Anderl in der Skiabteilung

80er: Wie genau bist du zum Ehrenamt gekommen?

Eigentlich war ich immer schon ehrenamtlich tätig, am längsten als Hüttnwart in der Skiabteilung. Wusstet ihr, dass die Ski- und Bergsportabteilung ist ja nur 10 Jahre jünger als der 80er selbst?

Aber wie kam’s: Meine Mutter war damals regelmäßige Vereinsmeisterin. Mein Vater war jahrelang Handballer, mein Opa, Großonkel und Urgroßonkel waren Leichtathleten und Boxer – alle mit Titeln. Ich hab‘ dann eben Fußball gespielt und war Skifahren. Die Hütte haben wir auf jeden Fall groß ausgebaut: Früher war sie sehr spartanisch, dann haben wir viel Arbeit in z. B. den Ausbau der Schlafplätze gesteckt gemeinsam mit’m Tobi und dem Franz Mayer. Das war mein größtes Projekt und alles in Eigenleistung bis dahin.

In den 2000ern hat’s dann immer das Problem gegeben, dass der 80er nie einen Hauptvorstand gefunden hat. Ich habe abgelehnt, weil ich bereits von unserem Wirtschaftsverband BDSV Landesgruppenvorsitzender war und irgendwann war aber das Team so aufgestellt, dass ich mir doch vorstellen konnte, als Präsident zu kandidieren.

80er: Im Dezember wurde die Ski & Bergsportabteilung in „Outdoor -Sport“ umbenannt – wie fühlt sich das für dich an?

Das ist der Lauf der Zeit!

Anderls Vater Heini

Fußballmannschaft mit Anderl (2. v.l. oben), Alex Geier (oben ganz rechts) und Holger Langebröker (unten ganz rechts)

80er: Was war dein schönstes Erlebnis am 80er?

Eindeutig die Sporterfolge! Wir sind aufgestiegen und als der 80er in der Landesliga gespielt hat, durfte ich als Jugendlicher ausnahmsweise in der 1. Mannschaft mitspielen.

Leider habe ich danach relativ früh schon aufgehört, es ist sich nicht mehr mit der Arbeit ausgegangen.

Und vom Ehrenamt her war es schon der Bau der SpoKiTa zusammen mit Günther Lamperstorfer als Sponsor. Günther war ein Freund von meiner anderen Sportart her, vom Golfen.

80er: Wie kam es denn zur SpoKiTa?

Die Idee ist tatsächlich durch mich und unseren ehemaligen Vorsitzenden Horst Staimer entstanden. (Jahr schaut Anderl nach).

Waren finanziell in der Situation, dass wir gerade so über die Runden gekommen sind. Dann hatten wir die Idee, den vermieteten Lagerkeller umzubauen. Da hab‘ ich Reiner Simbeck gefragt, ob wir nicht auch was anderes draus machen könnten, um mehr Mieteinnahmen zu bekommen. Damals hat’s schon den riesen Mangel an Kinderhäusern gegeben, aber auch viele Zuschüsse. Dann hamma g‘sagt: Mensch, da können wir doch einen reinen Sportkindergarten draus machen, wo die Kinder schon von klein auf Sport machen. Reiner hat einen Grundentwurf für uns entworfen und innerhalb von 3 – 4 Jahren war der SpoKiTa fertig. Zum Glück hatten wir unseren Financier, der uns mit 25.000 – 300.000€ unterstützt hatte. Horst Staimer war auch sehr treibend für das Projekt, da sind wir sehr dankbar.

Unabhängig davon gibt es die Steffi Schwenter, meine Schwiegertochter. Sie ist ausgebildete Erzieherin und ich hab‘ sie direkt gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, diesen SpoKiTa zu leiten. Gemeinsam mit ihrer Freundin hat sie das dann auch gemacht und wir waren heil froh, dass wir jemanden gefunden haben.

Vereinsgründung war am 15.11.2014 und eröffnet wurde der SpoKiTa dann am 29.10.2015.

Und sonst hat mir eigentlich viel gefallen, zum Beispiel, dass wir die Wirtschaft so schön ausgebaut haben und zu Augustiner gewechselt sind von Paulaner.

80er: Und etwas, das nicht so gut lief – etwas, wo du dich echt geärgert hast?

Was ich nicht leiden kann, ist ungerechte Meckerei von einzelnen Personen, die meinen, es geht nichts voran. Man kriegt wenig Lob, aber sehr viel Kritik, wo die Leute es auch einfach nicht wissen, was dahintersteckt. Bin ein Gerechtigkeitsfanatiker und wenn jemand ungerecht ist, dann hat mich das schon sehr gestört.

Beim Bau der SpoKiTa in 2015, Anderl mittig.

Eröffnugnsfeier der SpoKiTa am 29. Oktober 2015 mit Stefanie Schwenter (links) und Anderl (rechts)

80er: Wir würdest du den 80er als Münchner Sport-Verein beschreiben?

Traditionell, das ist ganz wichtig. Dann vielfältig. Und ich kenn den 80er als sehr freundschaftlich, wenn nicht sogar familiär. Wobei sich die Zeit so gewandelt hat; früher haben sich unzählige Ehen aus dem Verein entwickelt. Mein ganzer Freundeskreis, der aus dem 80er entstanden ist, da haben sich die Eltern fast alle im Verein kennengelernt und geheiratet.

Wenn du nochmal Kind wärst, welche Sportart würdest du gerne intensiver betreiben?

Ja, eigentlich ist die schönste Sportart für jünger Leute, Fußball. Wo man den Teamgeist hat und trotzdem individuell fit sein muss. Aber es ist leider eine Sportart, die man nicht zu lange machen kann. So mit 50 habe ich zuletzt privat gespielt, da haben wir auch jeden Freitag noch mit der Skiabteilung in der Otto-Botzler-Halle gespielt.

Wenn du deinem jugendlichen Ich einen Rat geben könntest, was wäre das?

Wenn ich mich jetzt zurückversetze, was ich anders gemacht hätte? Dass man sich den Möglichkeiten bewusst wird und sich auf einzelne Dinge mehr konzentriert, als zu viel zu machen.

Was möchtest du dem neuen Präsidium mit auf den Weg geben?

Inhaltlich würde ich den Tipp geben, das mit der Parkplatzbebauung und der Halle fortzuführen. Das ist ein Projekt, was man auf jeden Fall stemmen kann, auch wenn es sehr groß ist. Es gibt so viele Hilfen und Möglichkeiten, die man nutzen kann, aber durch unsere tolle Lage und das Eigentum sind wir vielen Sportvereinen einen Schritt voraus. Ich würd‘ mich total freuen, wenn es klappt, und man den Verein so richtig voran bringt.

Noch ein Thema: Dinge ändern sich, Regeln auch. Aber die Leute mögen keine Veränderung, da musste ich auch selbst lernen, vorher mit ihnen zu sprechen. Wichtig ist, dass man sich in die Leute rein denkt und nachfragt – dann erst handelt. Das macht Vieles leichter.

Noch ein paar Abschlussworte?

In Summe möchte ich sagen, dass es eine schöne Zeit war.

Und ich bin froh, dass sich jetzt so ein gutes Team gefunden hat am 80er, das dem Verein gut tut.

Ich finde es super, dass die Feste wieder stattfinden und wir so zusammenkommen!

Lieber Anderl,

wir danken dir herzlich für deinen Einsatz im Verein

und freuen uns auf viele weitere spannende und inspirierende Momente mit dir!

Anderl beim 80er-Sommerfest 2023, Hintergrund: Band Cagey Strings

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